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Zitate:

"... Die Gitarre als Hobby ist ja ganz nett, aber damit kannst du ja niemals deinen Lebensunterhalt verdienen. ..."
John Lennon's Tante Mimi 1954

 

"...Rock'nRoll macht Spaß, aber Musik ist das nicht..."
Pat Boone (US-Schlagersänger) im Hessischen Rundfunk 1960

 

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Eckart Kuball: "Der erste große Auftritt von Groover"

Das 1.Musikeifestival 23.04.1977
Der erste große Auftritt von Groover
Von Eckart Kuball
(Ein Ausschnitt aus den Privataufzeichnungen "Die Musik und ich - Die ersten 10 Jahre")



musikeifestival_1_300_400Das Musikfestival kam immer näher und näher und noch immer wußte ich nicht, ob ich dafür frei bekommen würde. Die Wache hätte ich tauschen können, hätte ich eine gehabt. Aber es war immer noch die Frage offen, würden wir dann vielleicht auf See sein?

Ich fragte den leitenden Bootsmann, doch der hatte auch keine Ahnung. So hoffte ich weiter. Doch als der Tag gekommen war, wußte ich, daß mein Hoffen sich gelohnt hatte. Ich hatte frei!

Das Festival begann gleich mit einigen Schwierigkeiten.

Die PA, d.h. die Übertragungsanlage, war noch nicht da. Die Instrumentalanlagen waren schon alle aufgebaut, nur die PA fehlte noch. Erst am Abend, kurz vor 18 Uhr, kamen die Leute von" MARKET" damit an. Sie hatten die PA von Hamburg holen wollen, doch da war sie nicht. Darum mußten sie die Anlage erst in einem anderen Ort suchen. Dies führte zum Zuspätkommen.

Kaum war die Anlage aufgebaut, gab es neue Schwierigkeiten. Irgendwelche Kabel waren defekt oder paßten nicht zusammen. Aber dann, nach fast zwei Stunden Hektik und Stress, war es soweit. Die erste Gruppe konnte pünktlich antreten.
Den Anfang machte "KING TIGER", als zweite kam "MARKET", dritte Gruppe war "INTERVALL", vierte "DESTROYER " (später"AMUNTHON"), fünfte "GROOVER" und als letzte wieder "COSA NOSTRA".

Lampenfieber

Da nicht 4.000 Menschen zu dem Festival erwartet wurden, soviele paßten nämlich in die Nordseehalle herein, wurde das Festival nur in einer Hälfte der Halle veranstaltet. Aber diese Hälfte war schon erheblich mit Menschen gefüllt.
Kurz vor unserem Auftritt, machte sich bei mir ein Rumoren im Magen bemerkbar. Das hatte eindeutig mit Lampenfieber zu tun. Es ging mir gar nicht gut. Aber zugeben wollte ich es auch nicht. Hätte ich es getan, hätten die anderen vielleicht darüber gelacht. Und das wollte ich nïcht.

"DESTROYER" hatte zu Ende gespielt und nun waren wir an der Reihe. Wir wurden vom Jugendpfleger Klaus Pieper angesagt.
Etwas weich in den Beinen die Hände und Finger waren auch nicht die ruhigsten, betrat ich die Bühne. Bei den anderen, war es, so glaube ich, nicht anders gewesen.

Nun standen wir da. Vor uns ein Meer von Menschen, die alle auf uns schauten.

Es waren mehr Leute gekommen, als erwartet wurden. Insgesamt 1.300. Und das war schon etwas für eine Amateurband. Das erste Stück sollte "Failed Love" sein.
In der Nervosität fing Horst Frank einfach an, vier vor zu zählen. Aber nur Horst Iken bekam es mit und die beiden legten ohne uns los. Detlev und ich schauten uns einen Moment erschrocken an. Doch schnell schaltend setzten wir an einer passenden Stelle ein, sodaß die Zuschauer glauben mußten daß es so sein sollte. 

Die Leute tanzten Polonaise

Nach diesem Lied kam "Don't forget your life". Noch hatte mich das Lampenfieber nicht verlassen. Erst als wir "All right now" von den "FREE" spielten, war es auf einmal weg. Jetzt klatschte ich sogar den Rhythmus mit, um die Leute etwas aufzulockern. Und sie machten mit. Das war schon ein guter Anfang für unser folgendes ROCK and ROLL MEDLEY. Es bestand aus SWEET LITTLE SIXTEEN, MEMPHIS TENNESSEE und LONG TALL SALLY. Bei diesen Liedern war die Hölle los, denn die Leute tanzten Polonaise und klatschten kräftig mit. So hatte ich das Emder Publikum zuvor noch bei keiner Veranstaltung gesehen. Ich war davon so angetan, daß ich auf der Bühne mittanzte und mitsprang, mich hinkniete, ja fast hinlegte. Ja, es war herrlich.

Zugabe ! Zugabe ! Zugabe !

Als wir zu Ende gespielt hatten und wir mit einem tobenden und tosenden Beifall umgeben von der Bühne gehen wollten, riefen die Leute Zugabe ! Zugabe ! Zugabe !. Weil wir aber mit den anderen Gruppen ausgemacht hatten, wegen Zeitmangel keine Zugaben zu geben, gingen wir deswegen. Aber da stand Klaus Pieper und sagte uns, daß wir noch eine Zugabe spielen sollten. Die Leute würden sonst keine Ruhe geben. Und wieder gingen wir auf die Bühne. Unsere Zugabe sollte JONNY BE GOOD sein. Ich rief es ins Mikrofon und wir fingen an. Und noch mal war die Hölle los. Hiernach gingen wir von der Bühne, wieder von Beifall und Zugaberufen umgeben. Aber noch mal wollten wir nicht spielen, denn wir fanden es nicht fair gegenüber den anderen.


Bevor wir dann in den Aufenthaltsraum gelangten, mußten wir uns durch eine Menge von Menschen durchschlagen. Hände wurden gedrückt und Glückwünsche wurden ausgesprochen. Es war wundervoll. Man fühlte sich wie ein Star. Ein unbeschreibliches Gefühl war über uns gekommen. Endlich im Aufenthaltsraum angelangt, beglückwünschten wir uns gegenseitig und die ersten Eindrücke wurden geschildert.
Nachdem wir uns gewaschen und umgezogen hatten, mischten wir uns unter die Zuschauer. Hier sprachen uns noch mehrere Leute an und schüttelten uns die Hände. Ja, es war schon ein schönes Gefühl.

Charles war nicht so begeistert

Als das Festival zu Ende war, gingen wir in die Stadt in eine Kneipe (Kulisse). Dort trafen wir Charles, ein ältererTyp, der auch in einer Gruppe spielte. Ob es nun der Neid war. oder er meinte es wirklich, was er da von sich gab, das weiß ich nicht. Auf alle Fälle war er nicht so begeistert von uns gewesen. Und dann hatte er auch noch gegen meinen FRAMUS BASS etwas auszusetzen.  Darüber war ich ein wenig sauer. Aber am Ende hat mich das nicht mehr gestört, denn ich dachte wieder an unser Erlebnis.

Am nächsten Abend startete dann das FOLKFESTVAL. Ich konnte es leider nicht sehen . Ich mußte wieder zum Bund zurück und war von da ab erstmal für drei Monate verschwunden. Denn zu dieser Zeit fuhren wir mit dem Schiff viele Manöver. Ich hatte immer das Pech, wenn wir über das Wochenende am Pier lagen Wache zu schieben. So gingen drei lange Monate ohne Musik dahin.
Zwischendurch schrieb ich mal einen Brief und bekam auch einen von Detlev wieder. Der ermunterte mich ein wenig.....

(Leider gibt es von dem Auftritt kein einziges Bild und keine einzige Musikaufnahme.)

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